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Interview mit Gott

Verfasst von roberthecht am 16 Juni 08

Ich träumte, ich hätte ein Interview mit Gott:
„Du möchtest also ein Gespräch mit mir?“ fragte Gott. „Wenn du Zeit hast!“, sagte ich. Gott lächelte: „Meine Zeit ist die Ewigkeit. Welche Frage würdest du mir gerne stellen?“
„Was erstaunt dich am meisten an den Menschen?“

Gott

Gott

Gott antwortete:
„Dass sie der Kindheit überdrüssig werden, und sich dann danach sehnen, wieder Kinder sein zu können. Dass sie, um Geld zuverdienen, ihre Gesundheit aufs Spiel setzen und dann ihr Geld dafür ausgeben, wieder gesund zu werden. Dass sie durch die ängstlichen Blicke in ihre Zukunft das Jetzt vergessen, so dass sie weder in der Gegenwart, noch in der Zukunft leben. Dass sie leben. Als würden sie niemals sterben, um dann zu sterben, als hätten sie nie gelebt.“
Gott nahm meine Hand und wir schwiegen gemeinsam eine Weile. Dann wollte ich wissen: „Was möchtest du, dass deine Kinder lernen?“
Gott antwortete mit einem Lächeln:
„Dass man niemanden veranlassen kann, jemanden zu lieben, sondern zulassen darf, geliebt zu werden. Dass es nicht förderlich ist, sich mit anderen zu vergleichen. Dass eine reiche Person nicht jemand ist, der das meiste hat. Sondern vielleicht das wenigste braucht. Dass es nur einige Sekunden braucht, einem Menschen tiefe Wunden zuzufügen, jedoch viele Jahre, diese wieder zu heilen. Dass Vergebung durch gelebtesVergeben geschieht. Dass zwei Menschen dasselbe betrachten können und es unterschiedlich sehen. Dass es manchmal nicht genug ist, Vergebung zu erhalten, sondern sich selbst zu vergeben. Und dass ich hier bin. Immer.“
Wer am Tag träumt, wird sich vieler Dinge bewusst, die dem entgeht, der nur nachts träumt.

EDGAR ALLEN POE
Der kleine Prinz – Interview mit Gott

Wenn du dieses Gedicht gelesen hast und es noch nicht kappiert hast um was es geht, dann fang gleich noch mal oben an zu lesen. Lese es so lange bist du es kappiert hast!

Eine Antwort zu “Interview mit Gott”

  1. Mmmh, hätte ich dem alten Edgar gar nicht zu getraut. Ich kenne nur seine „gruseligen“ Werke.

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